Bewegungstherapie und Krebs

Sport als Medikament

Viele Patienten, aber auch Ärzte, gehen bis heute davon aus, dass sich Krebspatienten vor allem schonen sollten. Zahlreiche wissenschaftliche Studien der letzten Jahre haben jedoch gezeigt, dass diese Auffassung überholt ist. Auch Patienten mit Tumorerkrankungen profitieren von regelmäßiger gezielter Bewegungstherapie und können damit die Nebenwirkungen einer Tumortherapie mindern und bei bestimmten Tumorerkrankungen sogar ihre Prognose verbessern.

Priv. Doz. Dr. med. Sabine Brookman-May ist leitendes Mitglied einer Arbeitsgruppe der europäischen Urologenvereinigung (European Association of Urology Section of Oncological Urology/ESOU), die sich mit diesem Thema u.a. bei Patienten mit Prostatakrebs auseinandergesetzt und wissenschaftliche Arbeiten dazu veröffentlich hat [Brookman-May S et al. Latest Evidence on the Impact of Smoking, Sports, and Sexual Activity as Modifiable Lifestyle Risk Factors for Prostate Cancer Incidence, Recurrence, and Progression: A Systematic Review of the Literature by the European Association of Urology Section of Oncological Urology. Eur Urol Focus-458].

Tumorpatienten profitieren enorm von körperlicher Aktivität. Aus Studien wissen wir mittlerweile auch, dass ein Patient die meisten Tumortherapien umso besser verträgt, je fitter er in die Therapie geht. Ein individuelles Bewegungskonzept oder Sporttraining sollte daher in eine ganzheitliche, optimierte Tumortherapie integriert werden. Mit der Diagnose sollte das Training beginnen.

Eine Sport- und Bewegungstherapie hat zahlreiche Vorteile für Krebspatienten:

  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Positiver psychischer Einfluss
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung
  • Verminderung der Fatigue-Symptomatik (Erschöpfungs- und Müdigkeitssyndroms)
  • Erhalt bzw. Aufbau der körperlichen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit
  • Bessere Lebensqualität und Toleranz von medikamentöser Therapie (Chemotherapie, Hormontherapie) und Strahlentherapie
  • Verbessertes Ansprechen der Krebstherapie
  • Geringere Nebenwirkungen der Tumortherapie (weniger Übelkeit, Magen-Darm-Probleme, Gewichtsveränderungen)
  • Verbesserung der Prognose z.B. beim Prostatakrebs

Bereits vor einer operativen Therapie wird Patienten mit Prostatakrebs außerdem empfohlen, mit einer Bewegungstherapie und Physiotherapie zur Stärkung des Beckenbodens zu beginnen. Hierdurch lassen sich die Ergebnisse nach der Prostata-Operation insbesondere hinsichtlich einer möglichen Harninkontinenz verbessern und die Regeneration beschleunigen. Hier arbeiten wir mit unseren sportwissenschaftlichen Experten und Physiotherapeuten von Body Tunes in Freising zusammen.

Mit einem individuellen, moderaten Bewegungstraining sowie ernährungsmedizinischen Maßnahmen unterstützen wir Patienten in allen Phasen einer Krebstherapie. Wir beraten Sie gerne und leisten individuelle Unterstützung.