Was ist die Urotherapie?

Unter Urotherapie versteht man verschiedene verhaltenstherapeutische Methoden zur Behandlung von Stuhl- und Harninkontinenz. Dabei werden Anatomie und Funktionen des Körpers auf kindgerechte Art und Weise erläutert. Gemeinsam werden Verhaltensmuster analysiert und überarbeitet, Schuldgefühle abgebaut und Strategien entwickelt, damit der Patient das Einnässen selbst in den Griff bekommen kann.

Neben der Analyse des Miktionsverhalten und ggf. einer Korrektur des Verhaltens erfolgt, wenn notwendig, auch ein Trinktraining mit einer gleichmäßigen Aufteilung der Trinkmenge über den Tag und einer Reduktion abendlich großer Trinkmengen, damit die Urinausscheidung in der Nacht zurückgeht. Um Restharnmengen bei dysfunktionellem Wasserlassen zu reduzieren, wird eine zweite Miktion empfohlen (sog. double voiding). Mit den Kindern wird besprochen, dass sie vor und nach dem Zähneputzen zur Toilette gehen sollen. Zusammen mit dem Kind werden außerdem regelmäßige Toilettengänge, angepasst an den Tagesablauf, erarbeitet. Gelegentlich kann eine Alarm-Uhr das Kind zusätzlich unterstützen, die besprochenen Zeiten auch einzuhalten.

Daneben soll die Aufmerksamkeit des Kindes auf seinen Körper und seine Ausscheidung gerichtet werden; hier wird das Kind mit Hilfe von speziellen Übungen unterstützt, sich seines Körpers bewusst zu werden, damit der Harndrang besser wahrgenommen wird.